Griechenland

Urlaub in Griechenland statt Reise durch Zentralasien

Wie richtig die Entscheidung war, die Reise durch Zentralasien abzubrechen und ins sonnige Griechenland zu pilgern, zeigt wohl am besten dieses Video.

Der Spieß dreht sich! Lecker. lecker!
Der Spieß dreht sich! Lecker. lecker!
Der Spieß dreht sich noch schneller! Lecker. lecker, lecker!
Der Spieß dreht sich noch schneller! Lecker. lecker, lecker!

Das kulinarisch unter aller Sau (obwohl das Schwein ja in Usbekistan als Speise verpönt ist) liegende Essen in Zentralasien wandelte sich in Griechenland zu einem Schmaus, der alle Sinne ansprach und umschmeichelte. Kaum in Griechenland angekommen, duftete es schon aus fast jedem Vorgarten nach frischgegrillten Lamm am Spieß. Unsere ersten Ostern in diesem Jahr feierten wir ja im verregneten Samarkand bei altem Brot und Streichkäse sowie vor Kälte frierend in unsere Absteige! Doch wir Lieblinge der Götter des Olymps bekamen eine zweite Chance auf ein anständiges Osterfest. Gelobt seien die orthodoxen Christen, die die Berechnung des Osterdatums nicht mit dem Gregorianischen Kalender vornehmen. So feiern sie die Auferstehung Christi später als der Papst in Rom und wir feierten ausgiebig mit. Die Griechen und Innen zaubern das wohl schmackhafteste Essen und so waren unsere ausgedörrten Geschmacksknospen heilfroh, als wir Tzatziki, Souflaki, köstliches Weißbrot und Griechischen Salat unseren Mägen zuführten. Nicht nur das Essen alleine ließ uns Luftsprünge vollführen, auch das Wetter hatte uns wieder lieb. Sonnenschein, blauer Himmel und mit kurzem T-Shirt rumspazieren sind das was wir geschenkt bekamen.

Vorher musste aber noch Usbekistan verlassen werden. Kurzfristig in Taschkent Sitzplätze im Flugzeug nach Istanbul gebucht und fünf Stunden nach Aufbruch waren wir schon wieder am Platz vor der Blauen Moschee.

Istanbul by night
Istanbul by night

Hier wollten wir uns in aller Ruhe entscheiden, wie unsere weitere Reise nun nach den Erkenntnissen von Samarkand ablaufen sollte. Klar war, keine kalten und unfreundlichen Ziele anzusteuern und ich noch so zwei Monate Zeit habe, da ich spätestens Anfang Juni in Belgrad sein will – zur Hochzeit von Görb und Milica. Es standen einige  Wunschdestinationen fest, die wir noch besuchen wollten – Südafrika zu den weißen Löwen (eine Bekannte von Jörg hat dort ein Zuchtprojekt), nach Ghana zu den weissagenden Zwergen (Abdel Kahir war dort und hörte ihre Prophezeiungen) und ins Leichen verbrennende Indien. So richtig warm wurden wir für keine der Länder und wir müssen uns ja noch einiges für die spätere Reise aufheben. So kam dann der Nachbarstaat der Türkei Griechenland ins Spiel. Dort gibt es vieles, was uns während unserer Reise abgegangen ist. Klarer Fall! Busfahrt gebucht und 12 Stunden später kamen wir in der Früh in Thessaloniki an. Der Oberaufseher in diesem Bus war allerdings einer der stressigen Sorte. Er war an sich nur eine Stunde nach Abfahrt und eine Stunde vor Ankunft im Bus zu sehen. Diese Zeit nutzte er aber ausgiebig, um uns anzuzipfen. Beim ersten Versuch die Schuhbänder zu lockern, kam gleich ein wütender Blick und eine abwehrende Geste – Schuhe anlassen und das die ganze Fahrt! Bis er sich in sein Schlafkammerl verzog, verfolgten uns seine argwöhnischen Blicke. Als ich endlich einschlief, waren wir auch schon fast an unserem Zielort angelangt. Dies wurde uns sehr rüpelhaft vom Aufseher klar gemacht. Mit einem schweinischen Grunzen und festem Rütteln holte er uns aus unseren Träumen von griechischen Göttinnen und befehligte uns unsanft aus dem Bus.

Die Götter des Olymps sind uns gewogen
Die Götter des Olymps schauen runter auf uns

Die Grenze zwischen der Türkei und Griechenland wird an sich nicht wirklich hart kontrolliert. Das einzige Gepäckstück, das die Aufmerksamkeit des griechischen Zöllners erregte, war das eines EU-Staatsbürgers – mein Rucksack. Gefolgt von einer Alkoholfahne wies er mich an, dass Gepäck sofort zu öffnen. Bei Fahrten stecke ich meinen Rucksack immer in einen dünnen Übersack mit Schloss, damit nichts verdreckt und nicht jeder gleich den Rucksack aufmachen kann. Kopfschüttelnd über meine „Dummheit“ nur so einen dünnen Sack zu verwenden musste er schließlich vor allen Fahrgästen in einem herablassenden Ton mitteilen „If I have a knife, this is no problem! Hä, hä, hä!“. Egal!

Dafür war Thessaloniki um so freundlicher. Gleich im ersten Café-Haus bekamen wir die ersten gefärbten Ostereier (die vermeintlich gefärbten Eier in Usbekisten stellten sich bei näherem Hinsehen, als Ostereier mit verwischter Hühnerkot-Verziehrung heraus) und einen süßen Kuchen. Oh, ja!

Fuhren trotzdem mit dem Zug weiter nach Kalambaka, die Stadt in der Nähe der fantastischen Meteora-Klöster. Hier werden wir einige Zeit verbringen und unser Zelt wieder einmal benutzen, damit wir es die tausenden Kilometer nicht umsonst mitgeschleppt haben.

Die Felsenlandschaft in Kalambaka
Die Felsenlandschaft in Kalambaka
Die Felsen, auf denen die Klöster errichtet wurden
Die Felsen, auf denen die Klöster errichtet wurden
Jörg vor der steineren Kulisse
Jörg vor der steineren Kulisse

Noch etwas hatten wir hier in Griechenland nachzuholen. Einmal wieder „g´scheit furtgehen“. Da wir zu den orthodoxen Ostern hier ankamen, war dies natürlich eine ideale Zeit, um in überfüllten Bars mal den Einen und den Anderen zu kippen. Das Fortgehen haben wir uns allerdings ein wenig anders vorgestellt. Hier stehen in den gerammelt vollen Bars die Männer bei kleinen Tischchen, darauf kleine Leckerbissen verteilt und die Frauen stehen an der Bar. Kontaktaufnahme zwischen den Geschlechtern nur mit Blicken und das wichtigste: es besteht Tanzverbot! Wer soll das auch wissen, wir auf jeden Fall nicht. So tanzten wir zu den Elektrobeats genau so lange, bis der kleinwüchsige Kellner-Ungustl schon fast rabiat wurde und uns Nahe legte, doch besser das Lokal zu verlassen. Also, ganz wie wir es haben wollen, ist es hier noch nicht, wir näheren uns aber mit großen Schritten dem Klimaxstadium an.

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