Türkei

Istanbul in aller Kuerze

Bevor wir zu weiteren Abenteuern in entlegene Winkel der Erdkugel aufbrechen wollen, statteten wir der halbeuropaeischen, halbasiatischen Stadt Istanbul einen kurzen Besuch ab. Es war wieder einmal fein westlicher gekleidete Frauen und Maenner zu sehen und so nahe wie moeglich an good old Europe zu sein.

Die Bosporus-Bruecke verbindet Asien mit Europa
Die Bosporus-Bruecke verbindet Asien mit Europa
Fischen auf der Bruecke
Fischen auf der Bruecke
Menschen im Park
Menschen im Park

Ist man zum ersten Mal in Istanbul, so schaut man sich natürlich die großen drei Bauwerke der Stadt an – den Topkapi Palast, die Hagia Sofia und die Blaue Moschee. So auch wir bzw. teilweise nur ich, da Jörg ja vor Jahren schon mal hier war und sich sehenswürdigkeitentechnisch ein wenig zurücknahm. Zuerst stand ein Besuch im Topkapi-Palast an. Ein riesiges Areal im europäischen Teil der Metropole, welches von den herrschenden Sultanen als Wohn- und Regierungssitz genutzt wurde. Dementsprechend feudal und verschwenderisch ausgeschmückt sind die Gebäude. Beeindruckend war, schon allein vom Verwendungszweck her, der Harem. Der Zugang über einen eher unscheinbaren Eingang, öffnet sich zu den Bereichen für die Palasteunuchen. Diese entmannten Diener waren seltsamerweise das „Verbindungsglied“ zur Außenwelt für die Vielzahl an Gemahlinnen des Sultans.
Die Vielzahl an Palästen, Gartenanlagen und vergoldeten Kuppeln war aber nichts gegen die über die Jahrhunderte zusammengetragenen Schätze und Reliquien. Mit riesigen Diamanten, Rubine und Türkise ausgeschmückte Halsketten, Throne aus Ebenholz mit Elfenbeineinlagen, riesige Karaffen aus ausgehöhlten Bergkristallen, noch mehr Throne aus purem Gold mit Edelsteinen versetzt, Dolche, Schwerter und alles andere, was einer Schatzkammer der mächtigsten Herrscher der damaligen Welt würdig ist.

Gebaeude im Inneren des Topkapi Palastes
Gebaeude im Inneren des Topkapi Palastes
Empfangsraum mit Thronbett
Empfangsraum mit Thronbett
Tor zum Empfangsraum des Sultans
Tor zum Empfangsraum des Sultans

Aber die wahren Kostbarkeiten befinden sich in anderen Räumlichkeiten – Reliquien der verehrten Propheten des Islam. Hinter Glasscheiben und mit gebührendem Abstand kann man dort Alltagsgegenstände und Körperreste bewundern. Die Schüssel von Abraham steht neben den Resten des abgeschlagenen Schädels von Johannes dem Täufer; der hölzerne Stock von Moses, mit dem er das Rote Meer vor den heranpreschenden Pharaonenheer teilte und wieder hinter sich schloss; ein steinerner Fußabdruck von Mohamed (p.b.u.h.) in kleinen Glasröhrchen eingeschweißte Barthaare des Siegel der Propheten (p.b.u.h.); ausgewechselte Schlösser der Eingangstüre zur Kaaba in Mekka und deren vergoldeten Dachrinnen. Ein Sammelsurium von mit göttlicher Energie aufgeladener Teile und über all dem schwebt ständig das gesungene Wort Gottes aus dem Koran. Geht man ein Zimmer weiter, sitzt dort ein beturbanter Mann, der den ganzen Tag aus dem Koran rezitiert und sein Gesang wird in jedem Raum der Heiligkeitenkammer übertragen und lässt die vom Propheten Mohamed erhaltenen Verse Allahs über die Besucher regnen.

Die Hagia Sophia war im Oströmischen Reich die Hauptkirche in Konstantinopel. Eine gewaltige Kuppel schließt den mächtigen Innenraum nach oben ab und in dieser byzantinischen Epoche war die Kirche ausgeschmückt mit einer Vielzahl an Mosaiken aus kleinsten goldenen und farbigen Teilchen. Nach der Eroberung Konstantinopels durch islamische Heerscharen wurden die Menschen darstellenden Mosaike abgeschlagen, die Kirche in eine Moschee umgewandelt und Minarette hinzugefügt. Im heutigen Istanbul ist die Hagia Sophia nun ein Museum und eine bedeutende Touristenattraktion.

Hagi Sofia
Hagia Sophia
Innenansicht der Hagia Sofia
Innenansicht der Hagia Sophia
Joerg besinnlich
Joerg besinnlich
Jesus Christ!!
Jesus Christ!!

Gleich gegenüber, durch eine Parkanlage getrennt, steht die so genannte Blaue Moschee mit ihren dünnen Minaretten. Die man unbeschuht auch Innen besichtigen kann. Gleich daneben befindet sich eine kleinere Moschee, die sich mit der Blauen gerne eine Muezzinbattle liefert (siehe hier).

Die fruehlingshafte blaue Moschee
Die fruehlingshafte blaue Moschee
Die Blaue Moschee mit Lichterspiel
Die Blaue Moschee mit Lichterspiel

Doch was wäre eine Mega-Metropole wie Istanbul ohne ihr Nachtleben? So machten wir uns auf in den Bezirk Beyoglu. Die Fortgehmeile erreicht man über die, Tünel genannte, Schrägaufzugstram. Oben gossen wir uns ein paar Efes Biere zum Aufwärmen hinter die Kiemen (es war schon sehr kalt im windigen Istanbul) und versuchten die Vielzahl an Clubs auszuchecken. Beim Versuch blieb es allerdings. Wir hatten uns zwar extra neue weiße Schuhe gekauft, da wir mit unseren abgetragenen Sandalen, so dachten wir, sicher nicht in einen hippen Club hineinkommen würden. Neue Schuhe schön und gut, aber rein kommt man fast überall nur mit weiblicher Begleitung, am besten als Pärchen. Als zwei einsame Reisende hatten wir also keine Chance auf ein wenig Tanzmusik und unsere neuen Schuhe blieben weiß wie der Turban Sultan Mehmet II. .

Graffiti in der Innenstadt
Graffiti in der Innenstadt

Nicht desto trotz geht die Reise weiter und wir flogen am Montag nach …

Geotag Icon Auf der Karte anzeigen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.